Von Bob Gaulke

ENGLISH VERSION BELOW!

Wie gehen die New Yorker mit Trumps Präsidentschaft um? Ich merke, dass die Menschen ängstlich sind, offen gesagt. Hier ist jeder ein Einwanderer. Einige Leute haben sogar das Gefühl, dass wie »Amerika« »New York« ebenso ein Konzept wie eine politische oder geographische Bezeichnung ist. Als solches gehen wir an Trump als typisch amerikanisches/New York Narrativ heran und sehen es als interaktives Katastrophenspektakel. Social Media hält uns zusammen, in dem Ausmaß, dass die Netzwerke politische Aktionen wie Demonstrationen, Proteste oder die Kommunikation mit gewählten Funktionären anheizen können und vielleicht dazu beitragen, das Biest zu wecken.

Ich kann mir vorstellen, dass einige Menschen auch eine existentielle Angst haben, Trump könnte das große Finale fürs kapitalistischen Systems und den Planeten sein. Keine halbherzigen Maßnahmen der Neoliberalen mehr, einfach gleich die ganze Sache zu Ende bringen. (Es ist kein Zufall, dass seine Leute, Bannon, Priebus, usw., offen über eine apokalyptische Konfrontation mit China, Atomkofferexplosionen in Manhattan oder den Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft sprechen. Wenn man an das mutmaßliche Ausmaß denkt, in dem die amerikanische Bevölkerung in Industriezweigen, die den Planeten unmittelbar zerstören, involviert ist, klingt das alles sehr logisch).

Amerika oder NYC als Droge bedeutet, dass du dir den Schuss setzt, nachdem du die Hosen angezogen und die Türe geöffnet hast. Wir sind alle entrückte Astronauten hier. Eingestöpselt in unsere Melodien, navigieren wir durch die Masse, jederzeit bereit für einen Schock oder eine gewisse Demütigung. Der Gesellschaftsvertrag wird mit jedem fremden Blickkontakt bestätigt; es ist Krieg und wir nehmen mal an, dass die anderen auf unserer Seite sind; wir sind Soldaten. Freunde sind die Menschen, die einmal im Jahr aus dem Heimatort zu Besuch kommen. Bis dahin leben wir im Scheinglauben an uns selbst und machen damit weiter, den Kerl bei jeder Gelegenheit wegzufluchen.

Bob Galke ist 49, Musiker und Lehrer und lebt in der Bronx.

Übersetzung und Foto: Claudia Toman


„How are New Yorkers dealing with a Trump presidency? I feel that people are nervous, quite frankly. Everyone’s an immigrant here. For some people, they might have the sense that like “America”, “New York” is a concept as much as a political or geographic designation. As such, we approach Trump like a typical American/New York narrative and view it as an interactive disaster spectacle. Social media is holding us together, to the extent that it can foment political actions such as marches, protests, or communication with elected officials and perhaps have some effect in prodding the beast.

I would imagine that some people might also feel a very existential dread that Trump represents a grand finale to both the capitalistic system and life on the planet. No more half measures by neo-liberals; just get the whole thing over with. (It’s no coincidence that his people, Bannon, Priebus, etc., speak openly of apocalyptic confrontations with China, briefcase nuclear detonations in Manhattan, or collapse of civil society. When you think about the probable proportions of the US population involved in industries that directly fuck over the planet, it all seems very reasonable)

America or NYC as a drug means you shoot it after you put on your pants and open the door. We’re all spaced astronauts here, plugged into our tunes, navigating crowds, prepared at any moment for a shock or certain indignity. The social contract is reaffirmed in the look of every stranger you make eye contact with; it’s a war and we assume you’re on our side; we’re soldiers. Friends are the people who come from your hometown once a year to visit. In the meantime, we make-believe in ourselves and get on with it, cursing the guy out every chance we get.“

Bob Gaulke, 49, musician and teacher living in the Bronx

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