Von Sarah Vania

ENGLISH VERSION BELOW

Ich bin so wütend, dass ich kaum sprechen kann. Also schreibe ich.

Bist Du je einem Iraner begegnet? Lass mich Dir Shadi vorstellen, meinen Ehemann, der seit dreißig Jahren hier lebt. Er hat Deine Kinder in Mathe unterrichtet, Deine Kollegen, Deine Mitbürger. Er bäckt Brot und er tanzt und rezitiert Lyrik und kann Dir im Prinzip den Namen eines jeden klassischen Musikstücks nennen, das Du ihm vorspielst, inklusive pikanter Einzelheiten aus dem Leben des entsprechenden Komponisten. Er ist einer der aufrichtigsten, gütigsten, klügsten und ehrbarsten Menschen, die auf dieser Erde wandeln.

Das Einreiseverbot wird nun den nächsten jungen Shadi, den nächsten hochintelligenten Studenten, daran hindern, in dieses Land zu kommen und auf einzigartige Weise unser Volk, unser Gemeinwesen, unsere Universitäten und unsere Wirtschaft zu bereichern.

Bist Du je einem Iraner begegnet? Lass mich Dir Shadis Verwandte und Freunde vorstellen. Da ist der Wissenschaftler und Programmierer, der für die Wetter- und Ozeanografiebehörde unseres Landes arbeitet, der Französischlehrer einer High School, der Therapeut, der Arzt, der Grafikdesigner, der Schweißer und so viele andere. Kluge, witzige, freche, zuvorkommende und großzügige Menschen, die ihr Gemeinwesen um ein Vielfaches besser machen. Lass Dir niemals die Gelegenheit entgehen eine Essenseinladung anzunehmen, denn es wird einer der Höhepunkte Deines Lebens und Du wirst ihr Zuhause äußerst fröhlich, gut genährt und erfüllt von allem Schönen, das uns dieses Leben bietet, verlassen.

Und jetzt stell Dir vor, dass all dies plötzlich, mit einem Schlag, aus unserer Mitte verschwindet. Stell Dir andere vor, die kürzlich oder vor nicht allzu langer Zeit eingewandert sind, die plötzlich, mit einem Schlag, von hier verschwinden. Unsere Wirtschaft läge darnieder, unsere Universitäten stünden leer, unsere Straßen wären verlassen, unsere Kultur wäre blutleer und leblos. Es wäre schwierig, überhaupt irgendwo eine anständige Mahlzeit zu bekommen.

Wir befinden uns auf einem dunklen und gefährlichen Weg, und dieser hat nichts mit Flüchtlingen und Einwanderern zu tun. Schau nicht weg, in der Hoffnung, dies möge rasch vorbeigehen und verstumme nicht. Schweigen bedeutet Zustimmung.

Übersetzung: Sonya Winterberg

Foto: Sarah und Shadi, privat


I am so angry I can barely speak. So I will write.

Have you ever met an Iranian? Let me introduce you to Shadi, my husband, who has been here for 30 years. He has taught math to your children, your colleagues, your fellow citizens. He bakes bread and dances and recites poetry and can name virtually any classical music you’d like to play for him, along with saucy details about the composer’s love life. He is one of the most decent, kind, smart and honorable people walking upon this earth.

The travel ban will now prevent the next young Shadi, the next brilliant student, from entering this country and contributing greatly to our people, our community, our universities and our economy.

Have you ever met an Iranian? Let me introduce you to Shadi’s relatives and friends. There is the scientist/programmer working for NOAA, the high school French teacher, the therapist, the midwife, the artist, the doctor, the graphic designer, the welder, and so many more. Smart, funny, irreverent, kind and generous people who make their communities immeasurably better. Do not ever miss a chance to accept a dinner invitation, as it will be a high point of your life, and you will float out of their homes, full of good cheer and good food and all that is beautiful about life.

Now imagine them gone *poof!* out of their communities. Imagine other recent or relatively recent immigrants gone *poof!* out of our communities. Our economy would be devastated, our universities would be empty, our streets would be empty, our culture would be barren and devoid of life. You would be hard pressed to get a decent meal anywhere.

We are on a dark and dangerous road, and it has nothing to do with refugees and immigrants. Do not close your eyes wishing this will go away, and do not be silent. Silence is consent.

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